Fahnenschwingen

Ein edles Spiel

Das Fahnenschwingen

Das Fahnenschwingen wird von verschiedenen Quellen abgeleitet. Einerseits wurden diese durch die Älpler-Bruderschaften in den Innerschweizer Kantonen als Brauchtum überliefert. Andererseits war das mittelalterliche Fahnenschwingen von ehemaligen Schweizer Söldnern in Gebrauch.

Es wird wohl kaum mehr möglich sein, den genauen Ursprung und das Alter des Fahnenschwingens nachzuweisen. Sicher ist, dass dieses edle Spiel schon im frühen Mittelalter gepflegt wurde und zur Zeit der Burgunder- und Schwabenkriege eine grosse Breitenentwicklung erfuhr.

Im Zeitalter der Söldnerheere kam diese schöne Kunst erst richtig zur vollen Entfaltung und gelangte zu hohem Ansehen. Selbst an königlichen Höfen wurde es gefördert und gepflegt und galt neben dem Fechten allgemein als manierliches soldatisches Spiel. Es wurden ausführliche Fahnenschulen geschrieben und mit prachtvollen Kupferstichen ausgestattet, um das Schwingen der Fahne nach einem einheitlichen Rodel und in genau umschriebenen Formeln zu verankern.

Die Tradition des Fahnenschwingens wurde immer seltener gezeigt und drohte langsam in Vergessenheit zu versinken. Glücklicherweise entstanden aus der jahrhundertealten Überlieferung des stolzen, kriegerischen Fahnenspiels da und dort sinnvolle, bodenständige Volksbräuche, die sich jeweils den vorhandenen Verhältnissen anpassten und sich dem Ritual der angestammten, sesshaften Gepflogenheiten und Sitten einfügten.

↓ Download des aktuellen Jahresberichts der Fahnenschwinger des WSJV

29. Westschweizerisches Jodlerfest
Empfang der Verbandsfahne am WSJV-Jodlerfest in Yverdon-les-Bains
Kein einfacher Hirtenbrauch

Beherztes Fahnenspiel

Als gäbe es nichts Einfacheres auf der Welt, wirbeln Fahnenschwinger ihre flatternden Fahnen durch die Lüfte und strahlen dabei eine bewundernswerte innere Ruhe aus.

Durch den Aufschwung des Tourismus und dem grossen Interesse der ausländischen Gäste für unsere ureigenen Älplerspiele wurde der Weiterentwicklung unserer Volksbräuche Vorschub geleistet.

Mit kühnem Weitblick und in der berechtigten Sorge um die Reinerhaltung dieser heimatlichen Bräuche haben sich einige beherzte Männer zusammengetan, um die edlen Hirtenspiele in ihrer uralten Form zu erhalten. Was für Festbesucher an folkloristischen Veranstaltungen oft so leicht und «zufällig» aussieht, ist in Tat und Wahrheit eine endlos eingeübte Auswahl von über 90 reglementierten Schwüngen. Die Namen der einzelnen Figuren stammen meist aus einer Gegend in der das Fahnenschwingen eine grosse Tradition hat. Als eigentliche Hochburg gilt dabei die Innerschweiz. «Pilatusstich» nennt man beispielsweise einen attraktiven Hochschwung.

Die drei Sparten